Atem verstehen

Die Freude am Leben – die Freude am Atmen

Was bedeutet denn Freude am Leben? Nach meinem Verständnis gibt es verschiedene Freuden am Leben.

Es gibt die existenziellen Freuden: etwas zu besitzen, einen Platz zu haben, leckeres Essen zu geniessen, gesund zu schlafen.

Es gibt die Freuden am Miteinander: mit Freunden zu sein, zu lachen, zu reden und sich verstanden zu fühlen. In Familien oder mit Menschen etwas zu unternehmen und sich verbunden zu fühlen. In einer Gemeinschaft zu sein und sich dazugehörig zu fühlen.

Es gibt die Freuden an der Herausforderung: einen Berg erklommen zu haben, eine Krankheit überwunden zu haben, eine Leistung vollbracht zu haben.

Und es gibt die geistigen Freuden: Etwas zu verstehen, sich etwas bewusst zu werden, zu sein, im Hier und Jetzt, im Nichts und im Alles.

Die Liste liesse sich noch lange fortführen und ist äusserst individuell. Was aber alle Freuden gemeinsam haben, ist ein freier Atem. Je nachdem, um welche Art der Freude es sich handelt, fliesst der Atem tief und weich oder freudig, schnell, er bedient die tiefen Regionen, die Mitte oder die Seite. Immer aber anstrengungslos und frei. Immer als Ganzes, lebendig, freudvoll.

Ich werde später aufzeigen, dass es sich bei all diesen Freuden um Freuden aus dem archaischen Ressourcen-Pool handelt. Der Wunsch nach freiem Atem ist also ein Wunsch, Zugang zu unseren ursprünglichen Ressourcen zu haben. Ziel meiner Arbeit ist es, diesen Zugang über die Kraft des Atems zu eröffnen.

 

Atem - Den Atem verstehen

Atem ist Lebenskraft - ES atmet uns vom ersten bis zum letzten Atemzug. Mit der Atmung versorgen wir alle unsere Zellen, unsere Organe und unser Gehirn mit Sauerstoff. Täglich 24 Stunden lang.

Atem ist Variabilität - Unser Atem reagiert flexibel auf veränderte Lebenssituationen: der Atem geht schneller, wenn wir rennen oder wenn wir Angst empfinden und er wird ruhig, wenn wir schlafen. Unser Atem reagiert direkt auf unsere Befindlichkeit und gibt somit Auskunft, ist Indikator unserer Befindlichkeit. Atem und Psyche sind ein untrennbares Paar. Befinden wir uns wohl, ob ruhig, allein, in Gesellschaft, körperlich aktiv oder ruhend, unser gesunder Atem bewegt sich immer situationsangepasst, variabel.

Atem ist Geist - Unser Atem öffnet die heiligen Räume. Der Atem verbindet unser Bewusstsein mit unserem Unbewussten. Der Atem verbindet Sichtbares mit Unsichtbarem, Stoffliches mit Ätherischem.

Ist Atem Seele? Laut den alten Griechen handelt es sich beim Zwerchfell, unserem Haupt-Atemmuskel, um den Sitz der Seele. Ist Seele und Wesen dasselbe? Ich lasse diese Frage offen. Was ich aber aus Erfahrung weiss, ist, dass das Atemverhalten das Wesens-Verhalten spiegelt. Der Atem reagiert unmittelbar. Der Atem reagiert auf Berührung, auf Geruch, ja, auf alle unsere Sinne. Der Atem reagiert auf Einflüsse aus der Umwelt, Sauerstoffknappheit z.B. Unser Atem reagiert direkt auf Bedrohung. Die Vielfältigkeit unserer Atemreaktion lässt sich neurobiologisch erklären durch die mehrfache Steuerung unsers Zwerchfells.

Atem ist Stimme – Unser Atem bringt unser Inneres zum Ausdruck. Atem verbindet innen und aussen.

Atem ist Verbindung – Durch die Atemluft sind wir verbunden mit unserer Umwelt, unseren Mitmenschen.

 

Das Zwerchfell, unser Hauptatemmuskel

Das Zwerchfell liegt als kapuzenförmiger Muskel quer in der Leibmitte. Es ist gegliedert in einen sehnigen Teil im Zentrum und drei folgende Muskelteile:

Der «vordere Muskelteil» (pars sternalis) entspringt der Innenseite des Schwertfortsatzes, der untersten Spitze des Brustbeines und strahlt in die Zentralsehne ein.

Der «seitliche Muskelteil» (pars costalis) entspringt der ventralen Seite der Brustwirbelsäule Th7 bis Th12 und den entsprechenden Rippen.

Der «untere Muskelteil» (pars lumbalis) entspringt den Lendenwirbeln L1 bis L4. Nach unten ist es verbunden mit der Hüftbeugermuskulatur (M. Illiopsoas). Nach oben gibt es eine Verbindung zum Herzbeutel.

Anatomisch gesehen, trennt das Zwerchfell den Brustraum vom Bauchraum. Durch seine Bewegung jedoch verbindet das Zwerchfell den Bauchraum und den Brustraum. Oder anders gesagt, die untere und die obere Atem-Ebene.

Innerviert wird das Zwerchfell durch den Nervus phrenicus. Dieser entspringt C2/C3.

Gesteuert wird das Zwerchfell über verschiedene Regulationszentren. Das Atemzentrum liegt im verlängerten Rückenmark, der Medulla oblongata. Diese sorgt für einen angepassten Ein- und Ausatem.

Die nervale Aktivierung des Atemantriebs erfolgt über das Zentralnervensystem. Die hormonelle Steuerung erfolgt über das Limbische System. Die chemische Steuerung geschieht aufgrund von Informationen zum Sauerstoffgehalt bzw. zum Kohlenstoffdioxidgehalt und zum Ph-Wert des Blutes.

Diese verschiedenen Steuerungssysteme zeigen die Wichtigkeit und die Komplexität unserer Atmung. Es zeigt, dass sowohl archaische Nervenimpulse (über das ZNS), wie auch Gefühlsreaktionen (über das limbische System) Einfluss auf unseren Atem haben.

 

Die umfangreiche Bedeutung der freien Schwingungskapazität des Zwerchfells

Schwingt das Zwerchfell frei,
werden unser Hirn und unsere Zellen mit genügend Sauerstoff versorgt,
werden die unter dem Zwerchfell liegenden Bauchorgane massiert,
funktioniert die Verdauung optimal,
haben die durch das Zwerchfell tretenden Lymph- und Blutgefässe genügend    Platz,
bleibt der Blutdruck variabel,
ist die ebenfalls durch das Zwerchfell durchtretende Speiseröhre offen und
der Mageninhalt kennt seine Richtung 😊.
Auch eine Reihe Nerven ziehen durch die Öffnung des Zwerchfells, unter anderem der N. phrenicus, durch welchen das Zwerchfell innerviert ist.
Der mit dem Zwerchfell verbundene Hüftmuskel schwingt ebenfalls mit und Hüftgelenke habe genügend Platz für ihre Bewegung.
Der mit dem Zwerchfell verbundene Herzbeutel geht in der Bewegung mit und die Herzratenvariabilität ist hoch.
Die Zwischenrippenmuskulatur ist in Bewegung und somit elastisch.
Der mit dem Zwerchfell mitschwingende Beckenboden federt elastisch.
Über die Atemkraft haben wir Zugang zu den sechs Atemräumen am Rumpf und somit zu den sechs Quellen der Kraft.
Wir sind gesund und den Anforderungen des Lebens gewachsen.

Sechs Atemübungen für Zuhause

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Grund und Boden
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Diese Atemübung hilft dir, in die Ruhe zu kommen.

Vertrauen
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Eine Übung die hilft loszulassen, zu entspannen, zu regenerieren, einzuschlafen.

Wandlungsfähigkeit
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Wenn du festgefahren scheinst, so hilft dir diese Übung, deine ganz persönliche Wandlungskraft zu wecken.

Kommunikation
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Dieser Teil hat die Fähigkeit, Verbindung herzustellen. Verbindung von dir zu mir, von mir zu dir. Und Verbindung von mir zu mir 🙂

Führungskompetenz
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Zu führen heisst, Verantwortung zu übernehmen. In erster Linie für sich selber, für sein Leben und für seine Beziehungen.

Emotionale Intelligenz
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Das Herz als Sitz der gemachten Erfahrungen und der daraus resultierenden Emotionalen Intelligenz.